In Anbetracht der nun bereits mehrjährigen, kontinuierlichen Wetteraufzeichnungen am Beobachtungsstandort Weiden lassen sich durchaus einige Thesen bezüglich regionaler und lokaler klimatischer Besonderheiten aufstellen, auch wenn diese noch nicht in der Weise durch langfristige Messreihen untermauert und bestätigt werden können, wie es die klimatologischen Arbeitsmethoden und Konventionen eigentlich verlangen würden.
Zuallererst sei bemerkt, dass die in Weiden gemessenen Jahresdurchschnittstemperaturen wie auch die nahezu aller vergleichbaren Oberpfälzer Wetterstationen diejenigen in den südlich und westlich angrenzenden Regierungsbezirken teils erheblich unterschreiten, was wohl in erster Linie auf den durch die extrem östliche Lage schon beträchtlich größeren kontinentalen Wettereinfluss zurückzuführen sein dürfte. So lagen auch die in den Jahren 2004 und 2005 verzeichneten Jahresmittelwerte von 8,20°C bzw. 8,33°C um Einiges niedriger als diejenigen anderer größerer Städte im Freistaat. Wiederholt auftretende winterliche Tiefsttemperaturen von weniger als -20°C und Höchstwerte von 34°C in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren deuten ebenfalls auf einen geringeren Einfluss maritimer Luftmassen auf das ostbayerische Wettergeschehen hin. Nicht minder auffällig ist die mit großer Regelmäßigkeit und Beständigkeit auftretende relative Trockenheit – erreichen die Niederschlagssummen auch nicht ganz die in Teilen Frankens wiederholt verzeichneten Extrema, so gehören sie im bayernweiten Vergleich doch zweifellos zu den deutlich unterdurchschnittlichen Regenmengen. Doch nicht nur an den unternormalen Jahressummen von 715,3 l/m² im eigentlich relativ feuchten Jahr 2004 und von nur 614,4 Litern/m² im Trockenjahr 2005 lässt sich dieser Sachverhalt beispielhaft veranschaulichen, sondern ebenso anhand extremer Trockenmonate wie beispielsweise dem August 2003 mit einer akkumulierten Regenmenge von nur 9 mm im gesamten Monatsverlauf!
Die beschriebenen Auffälligkeiten im Temperatur- und Niederschlagsverlauf bestätigen auch die seit Jahren praktisch unveränderten spezifisch regionalen Besonderheiten in der Schneehöhenentwicklung: Haben die Menschen in den südbayerischen Regierungsbezirken häufig mit regelrechten Schneemassen zu kämpfen, die nicht selten in kürzester Zeit vom Himmel fallen und so zu einem nachhaltigen Zusammenbruch des Straßen- und Schienenverkehrs führen können, so sind die in den Landkreisen Nordostbayerns gemessenen Schneemengen häufig sehr viel geringer und deshalb in der Regel auch weit unproblematischer. Die konstant niedrigen Temperaturen und die Widerstandsfähigkeit der im Osten des Landes einmal etablierten Kaltluftmasse führen hier allerdings in den allermeisten Fällen zu einer um Einiges höheren Verweildauer der Schneedecke als in den von Stauniederschlägen heimgesuchten Städten Oberbayerns und Bayerisch-Schwabens. Zusätzlich erreichten die in Weiden, also auf 400m Meereshöhe gemessenen Schneehöhen häufig nicht einmal die Hälfte der auf den umliegenden Höhenzügen des Oberpfälzer Waldes gefallenen, was angesichts der relativ geringen Höhendifferenz von ca. 200hm doch als beachtlich einzustufen ist. Auf den Gipfeln des Gebirges, das Höhenlagen von bis zu 900m ü. NN erreicht, sind an den Meterstäben oft sogar Schneehöhen von weit mehr als einem Meter abzulesen – Werte, die in den Auen des Naabtals mit Sicherheit vollkommen utopisch sind.
Lokale Abweichungen von bayerischen und bundesdeutschen Durchschnittswerten waren zudem auch noch bei der durchschnittlich auftretenden Windrichtung festzustellen: Auf Grund der Nord-Süd-Ausrichtung des Naabtals beschränkte sich das Spektrum der häufig zu beobachtenden Richtungen auf nördliche, südliche und südwestliche Richtungen, wohingegen reine Westwinde schon fast eine Seltenheit darstellten. Ostwinde traten – wie für die Region typisch – dagegen ebenfalls häufiger auf als in anderen Regionen; eine derart außergewöhnliche Dominanz wie an einigen Wetterstationen im Ostteil des Landkreises Neustadt/WN war jedoch an der Wetterstation im Norden der Stadt Weiden nicht zu beobachten.
In Bezug auf bestimmte, für das regionale Wettergeschehen besonders bedeutsame Wetterlagen sei besonders auf winterliche Schneewetterlagen hingewiesen: Von Norden und Nordnordwest heranziehende Schauerstaffeln hatten beispielsweise stets weitaus ergiebigere Schneefälle zur Folge als solche, die sich von Westen oder Westsüdwest der Stadt annäherten. Bisweilen wird die Station im Naabtal auch noch von einzelnen aus Osten kommenden, in Richtung Bayern vorrückenden Schneeschauern gestreift, auch wenn für derartige Vorkommnisse geeignete Druckkonstellationen eher selten zu beobachten sind.
| Art des Rekordes |
Deutschlandrekord |
weltweiter Rekord |
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Höchste Temperatur |
40,3°C |
Gärmersdorf b. Amberg, Oberpfalz (27.07.1983) |
57,3°C |
El Asisija/Libyen (August 1923) |
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40,2°C |
Karlsruhe (13.08.2003) |
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40,2°C |
Freiburg (13.08.2003) |
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Tiefste Temperatur |
-37,8°C |
Hüll,
Wolnzach (Niederbayern, Holledau) (12.02.1929) |
-89,2°C |
Wostok/Antarktis (zu Russland) (21.07.1983) |
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Höchste Durchschnittstemperatur |
|
34,6°C |
Dallol/Äthiopien (Nov 1960-Okt 1966) |
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Tiefste Durchschnittstemperatur |
-55,1°C |
Wostok/Antarktis (zu Russland) (1960-1990) |
|
Größte Niederschlagsmenge in 24h |
312
l/m² |
Zinnwald/Osterzgebirge
(12.08.2002 07h-13.08.2002 07h) |
1870
l/m² |
Cilaos, Insel La Réunion/Ind. Ozean (15.03.-16.03.1952) |
|
Höchste Niederschlagsintensität |
126
l/m² |
Füssen, Allgäu (25.05.1920) |
|
|
Höchste monatliche
Niederschlagsmenge |
777
l/m² |
Oberreutte/Kr. Lindau (Bodensee) (Mai 1933) |
| 777
l/m² |
Stein/Kr. Rosenheim, Bayern (Juli 1954) |
|
Geringste monatliche Niederschlagsmenge |
0
l/m² |
mehrmals |
|
Größte jährliche Niederschlagsmenge |
3503,1 l/m² |
Balderschwang/Allgäu (1970) |
26461
l/m² |
Cherrapunji/Indien (01.08.1860-31.07.1861) |
|
Geringste jährliche Niederschlagsmenge |
242
l/m² |
Straußfurt (Thüringen) (1911) |
|
|
|
Größte durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr |
|
11684
l/m² |
Mt.
Waialeale (Hawaii, Kauai) (1912-1945) |
|
Geringste durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr) |
0,7
l/m² |
Oase
Dachla/Ägypten (1932-1985) |
|
Höchste Schneedecke |
830cm |
Zugspitze (02.04.1944) |
|
|
Späteste Schneedecke unterhalb 1000m |
4cm, 6cm |
Kempten bzw. Oberstdorf, 02.06.1962 |
|
Größte Neuschneesumme innerhalb
eines Jahres |
|
31,1m |
Rainer Paradise Ranger/Washington
State, USA (19.02.1971-18.02.1972) |
|
Größte Neuschneesumme innerhalb
einer Wintersaison |
26,1m |
Rainer Paradise Ranger/Washington
State, USA (1971/72) |
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Höchste monatliche Sonnenscheindauer |
403h |
Kap Arkona/Rügen (Jul 1994) |
|
|
Höchste jährliche Sonnenscheindauer |
2329h |
Klippeneck/Schwäb. Alb (1959) |
|
Geringste jährliche
Sonnenscheindauer |
929,1h |
Ruhpolding/Chiemgau (1995) |
|
Geringste monatliche
Sonnenscheindauer |
0h |
Großer Inselsberg (Thür. Wald) (Dez.
1965) |
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Höchste durchschnittliche
Sonnenscheindauer |
|
4040h |
Yuma, Arizona, USA (1951-78) |
|
Geringste durchschnittliche
Sonnenscheindauer |
478h |
Süd-Orkney-Inseln bei den
Falkland-Inseln (1903-50, 1978-91) |
|
Höchster Luftdruck |
1057,8 hPa |
Berlin/Dahlem (23.01.1907) |
1083,3 hPa |
Agasta, NW-Sibirien (31.12.1968) |
|
Niedrigster Luftdruck |
955,4 hPa |
Bremen (27.11.1983) |
870 hPa |
Taifun "Tip", westl. Guam/Pazifik
(12.10.1979) |
|
Stärkste Windböe |
335 km/h |
Zugspitze (12.06.1985) |
416 km/h |
Mt. Washington, New Hampshire
(12.04.1934) |
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Höchstes 10-Min.-Windmittel |
|
372 km/h |
Mt. Washington, New Hampshire
(12.04.1934) |
|
Längste Andauer von Nebel |
242h |
Neuhaus/Rennweg (Thüringer Wald)
(07.05.1996) |
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Maximale Anzahl der Nebeltage in
einem Jahr |
330 Tage |
Brocken (Harz) (1958) |