KontaktForumImpressumMeteorologische LinksHome

Aktuelle Wetterdaten

Datum06.09.2010
Uhrzeit20.20 Uhr

Temp. 2m12,2°C
BTemp. +5cm11,5°C
BTemp. -10cm12,9°C
Feuchte 2m68%
Luftdruck1014,7 hPa
Niederschlag heute0,0 l/m²
Windgeschw.0,0 m/s
WindrichtungNO (56°)
Windböen0,4 m/s
BöenwindrichtungO-NO (68°)
Sonnenscheinnein
Frostnein
Bodenfrostnein
Globalstr.0 W/m²
UV-Index0,0 UV-I
Taupunkt6,5°C
ET0,000 mm
Windchill12,2°C
Elevation-6,382°
Tageslänge13:10 Stunden
Azimut-107,568°



Sie sind der
448483. Besucher seit dem 12.05.2006.
Bisherige Zugriffe auf diese Seite:
4936
Diese Seite wurde zuletzt am 17.06.2006 geändert.


WML-Logo


Valid XHTML 1.0!


Meteorologie  >> Wetterphänomene
06.09.2010




 1. GEWITTER

Wohl bei kaum einer anderen alltäglichen Wettererscheinung ist einem Großteil der Bevölkerung so wenig über die meteorologischen Hintergründe bekannt wie bei Gewittern. Nach Malberg 2002 kann die Ladungstrennung zwischen „schweren, positiv geladenen“ Eiskristallen und „negativ geladenen Eissplittern“ in hochreichenden Kumulonimben als zentrale Ursache für „Blitz und Donner“ bezeichnet werden. Malberg führt sinngemäß weiter aus, dass der in Gewitterwolken vorherrschende „kräftige Aufwind“ bei den „leichten“, negativ aufgeladenen Eissplittern seine Wirkung zunächst voll entfalten könne, während die schweren Eiskristalle nur langsam in die höheren Wolkenbereiche vordringen könne. Letztendlich gelängen die leichteren Eissplitter allerdings wieder die „Abwindbereiche“ an der Seite der Gewitterzellen und würden sich so langsam aber sicher im unteren Teil der Kumulonimben ansammeln. Die sich so im Laufe der Zeit immer mehr verstärkende Ladungstrennung zwischen den verschiedenen Schichten der Gewitterwolke strebt in der Folge danach, sich „durch eine plötzliche Entladung (…) abzubauen“ (Malberg 2002). Verschiedene Autoren betonen zudem, dass es sich nur bei einem verschwindend geringen Teil der Blitze um sog. „Erdblitze“, also um Blitze zwischen Wolke und Erde, handle, sondern dass sich die Vielzahl der auftretenden Blitze innerhalb der Wolke entlüde. Die Zeitverzögerung des Donners gegenüber dem Blitz rührt – wie vermutlich allgemein bekannt – von der im Vergleich zum Licht wesentlich geringeren Schallgeschwindigkeit von nur ca. 330 m/s her, was im Übrigen auch der Grund dafür ist, dass der zeitliche Abstand zwischen Blitz und Donner mit geringer werdender Entfernung zum Gewitterzentrum gleichermaßen abnimmt.


 2. TAU UND REIF

Tau bildet sich nach Malberg 2002 im Wesentlichen dann, wenn die Oberflächentemperatur im Freien befindlicher Gegenstände infolge von nächtlicher Wärmeabstrahlung in den Weltraum zusehends abnimmt und sich damit dem Taupunkt der vorhandenen Luft annähert. Wird dieser Temperaturwert letztendlich erreicht, so kommt es zur Kondensation des überschüssigen Wasserdampfes auf diesen Oberflächen. Liegt der Schwellwert oberhalb des Gefrierpunktes, so entsteht Tau; ist er hingegen unterhalb der 0°C-Marke angesiedelt, so ist mit der Bildung von Reif zu rechnen.


 3. NEBEL

Aus meteorologischer Sicht gibt es zwischen Nebelfeldern auf der einen und den verschiedenen Formen von Wolken auf der anderen Seite keinen entscheidenden Unterschied. Malberg geht sogar so weit und bezeichnet Nebel als „eine der Erdoberfläche aufliegende Wolke“. Und in der Tat: Beide Phänomene, Nebel und Wolken, lassen sich auf exakt den gleichen meteorologischen Tatbestand zurückführen: die Absättigung der Luft mit Wasserdampf und die nachfolgende Kondensation der überschüssigen Feuchtigkeit. Unterschiede lassen sich aber sehr wohl bei der Genese der beiden Wettererscheinungen feststellen: Im Gegensatz zur thermischen Wolkenbildung wird die Entstehung von Nebelfeldern eher durch die nächtliche Abkühlung des Untergrunds begünstigt, da durch die im Verlaufe der Nacht immer mehr zunehmende Auskühlung der bodennahen Luftschichten die relative Luftfeuchtigkeit schnell bis zur Sättigungsgrenze ansteigt. Durch die Kondensation des überschüssigen Wasserdampfes, den die nun kältere Luft nicht mehr länger tragen kann, bilden sich teils dichte Dunst- und Nebelfelder. Von Nebel spricht man dabei allerdings erst bei Sichtweiten von unter 1000 Metern. Außerdem lässt sich noch eine Reihe weiterer Nebeltypen anführen: So kann auch durch externe Anreicherung der Luft mit Wasserdampf, wie sie beispielsweise über warmen Seen im Herbst ab und an zu beobachten ist, eine Wasserdampfsättigung induziert und insofern die Bildung von Nebelfeldern begünstigt werden.


 4. WIRBELSTÜRME UND CYCLONS

Auch wenn eine genauere Betrachtung den Rahmen dieser kurzen Einführung sprengen würde, so sollen im Folgenden doch die wichtigsten Eigenheiten tropischer Wirbelstürme skizziert werden. Der erste Schritt zur Bildung eines solchen „Cyclons“ ist nach Malberg ein „regionaler Luftdruckabfall“ in der äquatorialen Tiefdruckrinne. Der weitere Ablauf der Entstehungsgeschichte ist von Tiefdruckgebieten aus anderen Breitengraden hinlänglich bekannt: Durch die Bildung von Wellen und immer umfangreicherer Bewölkung bilden sich extrem stark vertiefte und äußerst voluminöse „Tiefdruckmonster“ mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von weit über 100 Kilometern pro Stunde und teils sintflutartigen Regenfällen. Maßgeblich mitverantwortlich für die schier unglaublichen Naturgewalten zeichnen die im Vergleich zu nördlicheren Breiten signifikant höheren Wassertemperaturen, welche nach Malberg die zur Bildung derart vernichtender Wirbelstürme unbedingt nötige „latente Wärmeenergie“ erst bereitstellen. Kennzeichnend für tropische Wirbelstürme ist häufig auch das wolkenfreie und nahezu windstille Zentrum, das landläufig auch als „Auge des Orkans“ (Malberg 2002) bekannt ist. Die Überreste dieser „Cyclons“ bekommen wir Mitteleuropäer oftmals noch in Form relativ starker Orkantiefs zu spüren, die auf dem langen Weg über den Atlantik allerdings bereits einen Großteil ihrer zerstörerischen Energie eingebüßt haben. Zu einer maßgeblichen Beeinflussung des europäischen Wettergeschehens reichen ihre Kräfte aber in aller Regel trotzdem noch aus, und somit ist ein heranziehender Ex-Hurrikan nicht selten ein ernstzunehmender Vorbote für eine tiefgreifende Umstellung der Großwetterlage.


 5. WINDHOSEN (TORNADOS)

Im Unterschied zu tropischen Wirbelstürmen, die gern auch als Hurrikans oder Taifune bezeichnet werden, handelt es sich bei Tornados um kurzlebige, relativ häufig vorkommende und äußerst kleinräumig auftretende Wetterphänomene. Dabei zeigen sich hochreichende Gewitterwolken, so genannte Kumulonimben, in besonderer Weise für die Entstehung von Windhosen prädestiniert. Was ist aber nun ein Tornado überhaupt? Von einer Windhose sprechen Meteorologen dann, wenn sich aus einer stark ausgebildeten Gewitterzelle ein trichterförmiger, rotierender Rüssel bis zum Boden erstreckt, in dessen Zentrum meist extreme Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde auftreten. Dementsprechend verheerend sind auch die Auswirkungen solcher Naturgewalten: Nicht selten werden komplette Dächer einfach abgehoben, Häuser dem Erdboden gleichgemacht, Autos meterweit durch die Luft geschleudert und Infrastruktureinrichtungen vollkommen zerstört. Besonders verheerende Folgen werden bisweilen bei Tornados in einigen stark gefährdeten Regionen der USA beobachtet, wo ganze Häuser schlicht und ergreifend von der Landkarte ausradiert werden können. Auch in hiesigen Gefilden können Windhosen ohne Weiteres die gleiche Zerstörungskraft wie in Amerika erreichen, und auch die Häufigkeit ihres Auftretens ist mit der auf der anderen Seite des Atlantiks durchaus vergleichbar: Scheint die Zahl der verzeichneten Ereignisse auch relativ niedrig zu sein, so dürfte hierfür vor allem die unwahrscheinlich hohe Dunkelziffer verantwortlich sein – schließlich ereignet sich nicht jedes schwächere Ereignis zwangsläufig in bewohntem Gebiet und wird deshalb sofort an die zuständigen Behörden und Institutionen gemeldet.

Sandro Bauer, 2006-2010